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foodwatch testet Lebkuchen auf Acrylamid
(05.12.2008)
Bio-Elisenlebkuchen von Allos zeigt erhöhte Werte
Ein unabhängiges Labor hat im Auftrag von foodwatch elf Sorten Lebkuchen auf Acrylamid untersucht. Acrylamid entsteht beim Backen und steht unter Verdacht, Krebs auszulösen und das Erbgut zu schädigen. Am höchsten belastet ist ausgerechnet das Bioprodukt "Elisen Lebkuchen" der Firma Allos.
Die Testergebnisse zeigen: Die Mehrheit der getesteten Produkte ist nur noch gering mit der krebsverdächtigen Substanz belastet. Am höchsten belastet ist aber ausgerechnet das Bioprodukt "Elisen Lebkuchen" der Firma Allos. Mit 570 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm enthalten die "Elisen Lebkuchen" von Allos mehr als 20 Mal so viel Acrylamid wie die Testsieger von Bahlsen und Lidl.
Acrylamid lässt sich nicht vermeiden, aber senken
Acrylamid lässt sich nicht völlig vermeiden, die Hersteller können den Gehalt aber durch Anpassungen in der Produktion stark senken. foodwatch testet seit 2002 regelmäßig Weihnachtsgebäck auf Acrylamid und veröffentlicht Werte, Produktnamen und Hersteller. Das zeigt Wirkung. Fast alle Hersteller, deren Produkte foodwatch seit sechs Jahren regelmäßig auf Acrylamid testet, haben die Produktion inzwischen umgestellt sowie Rezepturanpassungen vorgenommen und dadurch die Werte gesenkt. So auch die Firma Allos, die im Vergleichstest 2007 recht gut abschnitt: Während Foodwatch 2008 in den Allos Elisen-Lebkuchen einen Acrylamid-Anteil von 570 Mikrogramm pro Kilogramm feststellte, lag dieser Wert im Test 2007 noch bei nur 140 Mikrogramm pro Kilogramm.
Vollwertprodukte weisen größere Schwankungen auf
Die auf den ersten Blick erstaunliche Schwankung der Allos-Werte zwischen beiden Tests und die Tatsache, dass ein Bio-Produkt schlechter abschneidet als konventionelle Discount-Ware, erklärt foodwach mit dem Hinweis: "Vollkornmehl und Rohrzucker bei Bioprodukten begünstigen die Entstehung von Acrylamid."
Allos Elisenlebkuchen
Hersteller Allos bezieht entsprechend Stellung:
"Foodwatch hat 2008 die Allos Elisen-Lebkuchen getestet und einen Acrylamid-Anteil von 570 Mikrogramm pro Kilogramm festgestellt. Dieser Wert liegt deutlich unter dem vom "Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit" festgelegten Signalwert von 1000 Mikrogramm pro Kilogramm.
Aus ernährungsphysiologischen Gründen verwenden wir im Elisen-Lebkuchen das nährstoffreiche Vollkornmehl. Erhöhte Acrylamid-Gehalte müssen wir daher in Kauf nehmen. Dafür können wir einen vollwertigen und nährstoffreichen Elisen-Lebkuchen nach traditioneller Rezeptur herstellen. Der im Vergleich zum letzten Jahr höhere Acrylamid-Wert liegt im natürlichen Schwankungsbereich, da weder die Rezeptur, noch der Produktionsprozess seitdem verändert wurden."
Die Forderung von foodwatch, die Acrylamidbelastung auf der Verpackung zu kennzeichnen, erscheint unter den offenbar gegebenen Schwankungsbreiten zumindest bei einem mit Vollkornmehl hergestellten Bioprodukt unrealistisch.
Unternehmen und Verbraucher stehen hier in einem Zielkonflikt. Einerseits soll das Produkt so natürlich wie möglich durch vollwertige Zutaten sein. Gleichzeitig soll es weitgehend frei von Schadstoffen wie Acrylamid sein. Die weitgehende Schadstofffreiheit der Zutaten aus ökologischer Landwirtschaft ist garantiert. Doch das erst im Backprozess entstehende Acrylamid lässt sich bei vollwertigen Zutaten offenbar nicht immer vermeiden. Zumindest müssen wohl gewisse Schwankungen im Acrylamidgehalt in Kauf genommen werden. Dabei betont Allos, dass es mangels verlässlicher wissenschaftlicher Erkenntnisse bis jetzt keine verbindlichen Grenzwerte gebe und selbst die von foodwach jetzt in den Allos-Elisen-Lebkuchen gefundenen Acrylamid-Gehalte weit unter den Signalwerten der Lebensmittelüberwachungsbehörden lägen. Eine Gesundheitsgefährdung sei auch bei kritischer Sichtweise wohl kaum gegeben.
Die komplette Stellungnahme von Allos können Sie hier nachlesen:



