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foodwatch prangert Verbrauchertäuschung bei Milchwerbung an

(06.05.2008)

Nur Bio-Milch garantiert Qualitätsstandards

Die Verbraucherschutzorganisation foodwatch prangert Werbeaussagen zum Beispiel des Konzerns Campina zu angeblich besonderen Milchqualitäten an, für die dann auch ein erheblich höherer Preis verlangt wird. Von diesem höheren Preis komme, so foodwatch, so gut wie nichts beim Bauern an und die Qualitätsaussagen seien nicht überprüfbar. Daher lautet die Empfehlung von foodwatch: "Greifen Sie ruhig zur billigen Milch; weder Sie, noch die Landwirte oder die Milchkühe haben einen Vorteil von teuren Milchmarken wie Landliebe. Wenn Sie aber wollen, dass die Landwirte und ihr Milchvieh von einem höheren Ladenpreis der Milch profitieren, dann wählen Sie Bio-Milch."

Wenn Verbraucher für Trinkmilch einen höheren Ladenpreis bezahlen, kommen die Mehrkosten nicht unbedingt den Landwirten zugute, die derzeit gegen sinkende Abnahmepreise protestieren. Darauf weist die Verbraucherrechtsorganisation foodwatch am Beispiel der angeblich garantierten Landliebe-Qualität hin. Den Mehrpreis von 50 Cent je Liter gegenüber Discounter-Milch begründe der Campina-Milchkonzern mit unüberprüfbaren Werbeversprechen wie "artgerechter Tierhaltung", "strengen Kriterien der Babynahrung" und "ausgewählten Bauernhöfen". Weniger als ein Prozent davon kommt jedoch nach foodwatch-Recherchen beim Bauern an.

Im Gegensatz zu Bio-Trinkmilch unterliege Landliebe-Milch keinen speziellen, gesetzlich verankerten Richtlinien, deren Einhaltung ein Prüfsiegel bestätigt. Nachprüfbare Belege für die angeblich hohe Qualität der Milch lieferte Campina auf Nachfrage nicht. Mit Ausnahme der Verpackung und des Preises lässt sich laut foodwatch kaum ein Unterschied zwischen Landliebe-Trinkmilch und anderer Milch feststellen.

Daher rät foodwatch angesichts der aktuellen Milchpreis-Debatte Verbrauchern, entweder zur billigsten Trinkmilch zu greifen oder gleich Bio-Milch zu kaufen. "Wer Landliebe-Trinkmilch kauft, bezahlt für ein ausgebufftes Marketingkonzept, nicht aber für bessere Milch", sagte Kampagnenleiterin Anne Markwardt. Dies treffe bei gleichem Fettgehalt auch für andere hochpreisige konventionelle Milchmarken zu. "Wer Landliebe- oder andere teurere Milch kauft, sollte wissen, dass dadurch weder die Kühe, noch die Landwirte oder die Verbraucher einen Vorteil haben."

Einzelheiten zur Kritik an den Landliebe-Werbeversprechen finden Sie auf der aktualisierten Internetseite der foodwatch-Kampagne

http://www.abgespeist.de/

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