naturkostaktiv.de ist ein Verbund von selbstständigen Naturkostfachgeschäften, Bio-Lieferdiensten und Hofläden biologisch wirtschaftender Bauernhöfe zur Vermarktung von Naturkost und Naturwaren via Internet. Ob Bio-Gemüseabo, eine Ökokiste mit Bio-Brot, Bio-Käse und Bio-Fleisch oder einzelne Bio-Produkte - die Dezentralität und Regionalität ist unser Grundsatz. Wir versenden keine Waren über große Distanzen. Das Geschäft, das sich Ihnen nach Eingabe Ihrer Postleitzahl präsentiert, ist der Fachhändler oder Bio-Bauer "um die Ecke".
Foodwatch kritisiert erhöhte Acrylamid-Werte in Molenaartje- und Tra´fo-Chips
(09.08.2007)
Molenaartje sucht fieberhaft nach den Ursachen. Tra´fo führt die Probleme auf starke Qualitätsschwankungen der Kartoffeln zurück.
Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hat zum wiederholten Mal den Acrylamid-Gehalt in Kartoffelchips untersucht. Trauriger Spitzenreiter beim Gehalt des krebsverdächtigen Acrylamid ist der Weltkonzern Procter&Gamble mit seiner beliebten Edel-Marke "Pringles". Aber auch zwei Bio-Produkte sind betroffen: nämlich "Bio-Potato-Chips Paprika" von Tra`fo und "Potato Chips organic Paprika" von Molenaartje.
Als unbedenklich erwiesen sich dagegen die Chips-Sorten "Bio-Potato-Chips Light naturel" von Tra´fo, "Bio-Kartoffel-Chips Paprika" von Mayka sowie "Chips Organic Paprika" von Alströmer. Auch Öko-Test hatte im März 2006 der Light-Version von Tra´fo bereits beste Ergebnisse bescheinigt.
Problematische Qualität bei Bio-Kartoffeln erschwert den Herstellungsprozess für "Tra´fo"
Das geteilte Ergebnis beim Hersteller von "Tra´fo" zeigt alleine schon, dass es offenbar nicht so einfach ist, die Acrylamid-Werte auf ein akzeptables Maß zu drücken, auch wenn der Hersteller darum bemüht ist. So die niederländische Firma FZ Organic Food die Gründe für den hohen Acrylamid-Gehalt vor allem in starken Qualitäts-Schwankungen der verwendeten Bio-Kartoffeln. Bekannter Maßen ist die Kartoffelernte in diesem Jahr wetterbedingt von großen Ernteverlusten und Qualitätseinbußen betroffen. Dies trifft Bio-Ware mehr als konventionelle Ware. Acrylamid-Belastung entstehe, so der "Tra´fo"-Hersteller beim Frittieren unter anderem durch einen besonders hohen Stärkegehalt der Kartoffeln. Insbesondere durch zuviel Nässe würden Kartoffelpflanzen von Phytoptra-Schimmel befallen. Werde dieser nicht mit der chemischen Keule, wie im Bio-Anbau verboten, sondern durch Wegbrennen der Pflanze bekämpft, speichere die Kartoffel darunter in der Erde mehr Stärke und frittiere dann dunkler. Ein höherer Stärke-Gehalt entstehe auch durch Keimen bei der Lagerung, das im konventionellen Bereich durch Kupferbestäubung vermieden werde.
"Tra´fo" empfiehlt: Dunkle Stücke meiden oder "Tra´fo-light-Chips" kaufen
"Tra´fo"-Hersteller FZ Organic Food empfiehlt daher Verbrauchern, besonders dunkle oder schwarze Chips, die vermutlich hoch mit Acrylamid belastet sind, nicht zu essen. Diese schwarzen Stücke hätten zur Folge, dass das durchschnittliche Acrylamid-Messergebnis der gesamten Tüte stark ansteige. Die hellen Chips wiesen jedoch eine völlig unbedenkliche Acrylamid-Belastung auf. Bereits beim Verpacken werden dunkle Stücke so gut wie möglich aussortiert. Dies geschieht derzeit manuell und soll künftig och optimaler durch eine automatische Sortiermaschine erfolgen.
Seit 2 Jahren habe "Tra´fo" eine Alternative entwickelt, die garantiert weniger Acrylamid enthalte. Dies werde erreicht, in dem die Chips unter Vakuum bei nur 130°C frittiert werden. Ein weiterer Vorteil dieser „Light Chips“ sei, dass sie auch noch weniger Fett enthalten als normale Chips. Diese Chips hatten in demselben Test mit einem Acrylamidwert von 130 µg/kg einen der niedrigsten Werte im Markt. Die "Tra’fo light Chips" waren deswegen auch Produkt des Jahres 2005 auf der Biofach und wurden von "Oeko-Test" 2006 mit "sehr gut" bewertet.
Molenaartje sucht fieberhaft nach den Ursachen
Im Fall der Firma "Molenaartje" teilt diese mit, dass man über das Testergebnis sehr überrascht sei und es sich bisher nicht erklären könne, zumal eigene vorausgegangene Untersuchungen der betroffenen Charge einwandfreie Werte ergeben hätten. Man suche also fieberhaft nach einer Erklärung bzw. den Gründen für den hohen Acrylamid-Gehalt.
Um den Acrylamidgehalt der Produkte zu minimieren, habe Molenaartje, so die Mitteilung des Herstellers, seit 2005 sowohl den Produktionsprozess, als auch die verwendeten Kartoffeln und ihre Lagerung verändert. Zusätzlich werde, so Gabi Drossard, Verkaufsleiterin Deutschland, jede Charge von einem unabhängigen Labor auf ihren Acrylamidgehalt untersucht. Produkte, die den Signalwert überschritten, gelangten nicht in
den Verkauf. Die Charge, aus der die von Foodwatch beanstandete Probe stamme, sei im Ergebnis unauffällig gewesen. In Zusammenarbeit mit dem Labor suche man nun, so Drossard, nach der Ursache für die differierenden Messergebnisse.
Molenaartje Chips Paprika aus der betroffenen Charge mit dem MHD 03.01.08 können von Verbrauchern, Händlern oder Großhändlern selbstverständlich zurückgeben werden.



