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Fast Food: "Schere im Kopf"
(28.03.2007)
Jugendliche wissen Bescheid - und futtern trotzdem
Die meisten Jugendlichen wissen, dass Fast-Food eher ungesund ist, dick und abhängig machen kann. Sie essen´s trotzdem. Emotionale Faktoren wie Clique, Bequemlichkeit, Gewohnheit, Preis, Geschmack steuern offenbar den Konsum direkter als kognitive Einsichten.
Jüngere wissenschaftliche Studien zeigen übereinstimmend, dass Fast Food signifikant zur epidemischen Ausbreitung von Übergewicht und überhöhtem Cholesterinspiegel bei Kindern und Jugendlichen beiträgt. Das Zusammenspiel aus Bewegungsmangel – unter anderem aufgrund hohen Medienkonsums – und steigendem Fast Food-Konsum hat fatale Folgen für den Gesundheitszustand der Jugend. Hinzu kommt, dass Kinder und Jugendliche durch den frühen und hohen Konsum von Limonaden, die in der Regel zu Fast Food in "Mahlzeit-Paketen“ angeboten werden, schon früh an süße Getränke gewöhnt werden und sogar in Abhängigkeiten von Zucker geraten.
Auf Basis bisheriger Forschungsergebnisse und eigener explorativer Empirie in Form von Interviews mit schwedischen Gymnasiasten argumentieren die Autoren eines im "International Journal of Consumer Studies", Band 31, Heft 1, 2007, erschienen wissenschaftlichen Fachartikels, dass aufgrund der hohen kulturellen Formbarkeit von Ernährungsgewohnheiten Gesundheits- und Ernährungserziehung in den frühen „formativen“ Jahren ansetzen müsse, um wirksam sein zu können. Wer also früh an frisch zubereitete Bio-Lebensmittel, mäßiges und bewusstes Essen herangeführt wird, unterliegt später nicht so leicht den Verlockungen von Fast-Food.
Eklatant ist in der Studie der Gegensatz zwischen dem recht guten Wissen der befragten schwedischen Jugendlichen über die Problematik von Fast Food und ihrem täglichen Ernährungsverhalten. Deutlich sind auch Geschlechterunterschiede in der Einstellung: Während Mädchen Fast Food in einem breiten Kontext der Nahrungskette sehen, verbinden Jungen mit Fast
Food hauptsächlich schnelles Essen und Sattsein. Jungen haben insgesamt ein niedrigeres Problembewusstsein.
Quelle: Bundesverband der Verbraucherzentralen



