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Ernährungsgewohnheiten beeinflussen Krebsrisiko
(26.04.2007)
Größte Krebsrisikostudie legt Obst- und Gemüseverzehr nahe
In einer Zwischenbilanz zum 15jährigen Bestehen der "European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition" (Epic-Studie) (=Europäische Studie zum Einfluss von Ernährung auf die Entstehung von Krebs) wies das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke auf einige bereits durch die Studie gesicherte Erkenntnisse hin.
Die Epic-Studie weist eine Risikosenkung für Lungenkrebs und Krebs des oberen Verdauungstraktes sowie für Mund-, Rachen-, Kehlkopf- oder Speiseröhrenkrebs durch vermehrten Obst- und Gemüseverzehr nach. Nach den Daten der EPIC-Studie sinkt das Risiko für diese Krebsarten pro 80 Gramm täglich verzehrtem Obst und Gemüse durchschnittlich um 9 Prozent.
Diese Wirkung gilt jedoch nicht unbedingt für andere Krebsarten. Schaden kann der Obst- und Gemüseverzehr jedoch keinesfalls, denn in keinem Fall konnte eine Krebserkrankung mit hohem Konsum von Obst und Gemüse in Zusammenhang gebracht werden.
Für einen reichlichen Obst- und Gemüseverzehr spricht aber außerdem, dass der Vitamin C-Spiegel im Blut eindeutig mit einem gesenkten Risiko für Magenkrebs assoziiert ist.
Außerdem füllen Obst und Gemüse den Magen ohne gleichzeitig all zu viele Kalorien beizusteuern. Denn die sind unerwünscht, da - so die Epic-Ergebnisse - Übergewicht für eine ganze Reihe von Krebsarten förderlich ist. Dabei spielt die Fettverteilung eine signifikante Rolle: Besonders der Bauchspeck wirkt krebsfördernd. So hat beispielsweise der Bauchumfang eindeutig auslösende Wirkung für Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Neben der Krebsvorbeugung senkt ein hoher Obst- und Gemüseverzehr auch noch das Diabetes-Risiko: Wer viel frisches Obst isst und gleichzeitig wenig kalorienhaltige Erfrischungsgetränke, Fleisch, Hülsenfrüchte, helles Brot, Bier sowie kalorienreiche Erfrischungsgetränke konsumiert, hat ein um 70% niedrigeres Risiko an Typ-2-Diabetes zu erkranken.
Die Studie weist nach, dass von einer Verzehrserhöhung von Obst- und Gemüse hauptsächlich Personen, die sonst nur wenig Obst und Gemüse essen, besonders profitieren. Die Experten raten daher: "Man sollte daher besonders Menschen mit einem sehr niedrigen Obst- und Gemüsekonsum dazu ermutigen, ihre tägliche Verzehrsmenge zu erhöhen.“ Und das seien meist Männer.
Fleischkonsum erhöht das Krebsrisiko
Das jedoch gilt für rotes Fleisch und Wurstwaren. Die Studienergebnisse warnen vor einem Verzehr von rotem Fleisch und Fleischware, da sie mit einem erhöhten Risiko für Magen- und Dickdarmkrebs assoziiert sind.
Esst mehr Vollkornbrot!
Das möchte man allen Konsumenten auf Grund der Epic-Studienergebnisse raten. Denn die Ballaststoffaufnahme ist mit einem gesenkten Dickdarmkrebs-Risiko verbunden. Schon ein paar Scheiben Vollkornbrot, ein Müsli oder ähnliches am Tag vermindert das Erkrankungsrisiko signifikant. Gleichzeitig ist auch dieses Studienergebnis wieder ein Argument für einen hohen Obst- und Gemüsekonsum, da auch damit viele Ballaststoffe zugeführt werden.
Viel Fisch ist gesund
Ein hoher Fischverzehr - so die Epic-Studien-Ergebnisse - senkt das Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken.
Bewegungsmangel ist ein Risikofaktor
Oder anders ausgedrückt: Körperliche Aktivität senkt laut Studienergebissen das Dickdarmkrebsrisiko deutlich. Außerdem dürfte ausreichende Bewegung in der Regel zu einer besseren Kontrolle des Körpergewichts beitragen. Wer aber im Kampf gegen den Bauch die Oberhand behält, hat auch beim vorbeugenden Kampf gegen den Krebs gute Chancen.
Was ist die Epic-Studie?
Die EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) ist eine prospektive (auf die Zukunft gerichtete), 1992 begonnene Studie, die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Krebs und anderen chronischen Erkrankungen untersucht. An der EPIC-Studie sind 23 administrative Zentren in zehn europäischen Ländern mit 519.000 Studienteilnehmern beteiligt. In Deutschland gibt es zwei EPIC-Zentren. Die Heidelberger EPIC-Studie mit 25.500 Teilnehmern wird von Rudolf Kaaks und Jakob Linseisen vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg (DKFZ) geleitet. Die Potsdamer EPIC-Studie mit 27.500 Studienteilnehmern leitet Heiner Boeing vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE).



