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Öko-Milch hat die wertvolleren Fette

(18.07.2006)

Studie der Uni-Kassel beweist: Öko-Milch ist gesünder

Verbraucher können in Deutschland Kuhmilchprodukte aus sehr unterschiedlicher regionaler Herkunft einkaufen. Je nach dem wie und wo Kuhmilch produziert wurde, schwankt der Gehalt an gesundheitlich wertvollen Fettsäuren erheblich. In einer Untersuchung der Uni Kassel konnte festgestellt werden, dass von den untersuchten Milchprodukten die ökologisch erzeugte Milch insgesamt höhere Omega-3-Gehalte, sowie geringere Maisanteile aufweist als Milch aus konventioneller Erzeugung.

Gerade mit den Bezeichnungen „Alpenmilch“ und „Bergmilch“ verknüpft der Verbraucher in Deutschland auch den Bezug zu einer bestimmten regionalen Herkunft. Doch was ist dran an den Worten der Werbung, den Bildern und den Bezeichnungen? Stammen diese so deklarierten Produkte vor allem von Kühen, die mit frischem Weidefutter bzw. dem entsprechenden Winterfutter Heu und Grassilage gefüttert worden sind? Und sind die wertgebenden gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe bei diesen Markenprodukten
besonders hoch? Wie schaut es bei vergleichbaren ökologisch erzeugten Milchprodukten aus? Wird in der Ökolandwirtschaft weniger Mais und Kraftfutter eingesetzt als in der konventionellen Landwirtschaft? Hat eine Ökomilch einen höheren Anteil gesundheitlich wertvoller Fettsäuren/ Inhaltsstoffe als konventionelle Milch?


Diesen Fragen geht eine jetzt von der Uni-Kassel veröffentlichte und von Greenpeace geförderte Studie nach.

Insbesondere wurde dabei der Gehalt an Omega3-Fettsäuren und sogenannten konjugierten Linolsäuren untersucht sowie mit Hilfe der Kohlenstoffisotopenbestimmung der Anteil des verfütterten Maises am Gesamtfutter festgestellt.

Omega-3-Fettsäuren sind eine Gruppe von mehrfach ungesättigten, für den Menschen essentielle (lebensnotwendige), Fettsäuren, wie z.B. die alpha-Linolensäure.

CLA (conjugated linoleic acid) stellen eine besondere Gruppe der trans-Fettsäuren dar. Während trans-Fettsäuren in vielen Fällen negative
Auswirkungen auf die Gesundheit haben, werden den CLA positive Effekte auf den Stoffwechsel zugeschrieben.

Generell gilt: Der Gehalt an gesundheitlich wertvollen Fettsäuren ist dort am höchsten, wo die Kühe einen hohen Anteil an grünlandbasiertem Winterfutter erhalten, sowie niedrige Kraftfuttermengen und geringe Anteile Maissilage. Mittels eines besonderen Analyseverfahrens (Kohlenstoffisotopenanalyse) wurde daher der Maisanteil am Gesamtfutter bei der Milcherzeugung der jeweiligen Molkerei bestimmt.

Die Untersuchungsergebnisse:

Die ökologisch erzeugte Milch aus der Bergregion („Frische Alpenvollmilch“, Berchtesgadener Land) hatte die höchsten Gehalte an Omega-3-Fettsäuren und CLA, sowie den niedrigsten Maisanteil.
Insgesamt gesehen weist ökologische Milch auch höhere CLA-Werte auf, jedoch zeichnet sich die Tendenz ab, dass Milch aus Süddeutschland höhere CLA Gehalte aufweist als Milch aus Nord- und Ostdeutschland. Es bleibt zu vermuten, dass hier die Höhenlage einen stärkeren Einfluss auf die CLA-Gehalte hat.


Fazit:

Mit Hilfe neuer Untersuchungsmethoden ist es heute möglich, Werbeaussagen von Molkereien auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Mit Hilfe der Isotopenanalyse und der Bestimmung des Fettsäuremusters ließ sich in vorliegender Arbeit der Uni-Kassel feststellen, dass die konventionelle „Alpenmilch“ entgegen ihrer Werbung, und wahrscheinlich entgegen den Assoziationen der Verbraucher mit dem Begriff "Alpenmilch", nicht allein mit grünlandbasierten Futterrationen in der Bergregion erzeugt worden sein kann. So zeigen die Analyseergebnisse, dass sowohl die „Alpenmilch“ der Molkerei Weihenstephan wie die „Alpenfrische Vollmilch“ der Molkerei Allgäuer Alpenmilch (Bärenmarke) zu einem hohen Anteil mit Hilfe von Maisfutter erzeugt worden ist und im Vergleich zu Milchproben anderer Molkereien aus dem Alpenraum mit die niedrigsten Gehalte an gesundheitlich wertvollen Fettsäuren aufweisen.

Im Gegensatz dazu steht die ökologische „Alpenmilch“ der Molkerei
Berchtesgadener Land mit einem sehr geringen Maisanteil und den höchsten Omega-3 und CLA-Gehalten.

Die Studie ist auf der Website von Greenpeace einzusehen:

Greenpeace

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