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Energiesparen beim Essen

(21.12.2010)

Reste auf dem Teller vermeiden

Wer den Teller leer isst, dem wird schönes Wetter versprochen - wenn man einer alten Volksweisheit Glauben schenkt, die noch aus Zeiten stammt, da in weiten Teilen der Bevölkerung nahrhaftes Essen knapp war. Heute gilt eher: Wer den Teller leer ist, wird überflüssige Pfunde ansetzen! Doch nun haben US-amerikanische Wissenschaftler herausgefunden, dass ein leer gegessener Teller auch erheblich zur Einsparung von Energie beitragen kann. Wie geht man mit diesem Widerspruch um?

Eine aktuelle Studie, die in der Zeitschrift "Environmental Science and Technology" vorgestellt wurde, schätzte den Energiegehalt der Gesamtheit aller Essensreste ein, die in den USA im Müll landen. Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass nicht leer gegessene Teller eine riesige Energieverschwendung sind, denn sie machten rund 2 Prozent des gesamten jährlichen Energieverbrauchs der USA aus.
1995 warfen die Konsumenten in den USA etwa 27 Prozent essbare Lebensmittel in den Müll. Berücksichtigt wurden in der Studie auch die Energie aus der landwirtschaftlichen Erzeugung der Lebensmittel, der Energieverbrauch für Transport und Verpackung, wie auch für Vertrieb, Lagerung und Zubereitung. Unterschieden nach den einzelnen Lebensmittelgruppen sei zwar die Erzeugung von Fleisch, Geflügel und Fisch am energieintensivsten, jedoch finde die größte Energieverschwendung in der Gruppe "Milchprodukte" und "Gemüse" statt. Dieser Effekt sei darauf zurück zu führen, dass in Relation zu den anderen Lebensmittelgruppen mehr Milchprodukte- und Gemüsereste in der Tonne landeten als das bei Fleisch, Fisch und Geflügel der Fall sei.

Reste vermeiden statt aufessen

Die Wissenschaftler weisen in ihrer Studie darauf hin, dass in der Vermeidung von Essensabfällen ein viel höheres Energieeinspar- bzw. gewinnungspotenzial liege als in manchen anderen Maßnahmen - wie beispielsweise die Gewinnung von Ethanol aus Getreide oder die Gewinnung von Erdöl durch Tiefseebohrungen. Die vernünftige Lösung dürfte daher darin liegen, Reste von vorneherein durch gute Mengenkalkulation zu vermeiden. Statt den ganzen Salatkopf zu verarbeiten und dann die nicht verzehrte Hälfte des Salats wegzuwerfen, sollte man direkt nur die Hälfte zubereiten. Moderne Kühlschränke ermöglichen mit Temperatur- und Feuchtigkeitsgesteuerten Gemüsefächern eine unproblematische Lagerung von Obst und Gemüse über viele Tage. Aber auch Reste lassen sich in dafür geeigneten Kunststoffbehältern im Kühlschrank gut lagern und bei einem der folgenden Essen wieder auf den Tisch bringen. Das hat den zusätzlichen Vorteil, dass man sich Zubereitungszeit spart.

Die Feststellung der Wissenschaftler, dass vom Wegwerfen außer Gemüse vor allem Milchprodukte betroffen sind, ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass diese knappe Mindesthaltbarkeitsdaten haben. Viele Verbraucher/innen neigen daher dazu, das Lebensmittel unmittelbar nach Überschreiten des MHD wegzuwerfen. Das ist jedoch in vielen Fällen nicht nötig. Denn - wie die Bezeichnung ja ausdrücklich sagt - handelt es sich um Mindest(!)-Haltbarkeitsdaten. Und die werden von den Herstellern schon aus Produkthaftungsgründen eng festgesetzt. Mit Überschreiten des MHD ist daher ein Lebensmittel meist keineswegs verdorben und ungenießbar. Hier sollte man sich weniger am starren Datum orientieren und mehr auf den eigenen Geruchs- und Geschmackssinn und das Aussehen des Legensmittels verlassen. Auch ein regelmäßiger Blick in den Kühlschrank und die Lagerung darin nach dem Motto "First-in - first-out" hilft. Neue Einkäufe staut man nach hinten, statt sie vor die vorhandenen Produkte zu stellen. Was im Restaurant bei der Bestellung schon mal als schlechter Scherz herhalten muss, nämlich die Frage an den Kellner: "Was muss denn weg?" hat zuhauses durchaus Berechtigung als Anregung für den Küchenplan.

Mit ein wenig vorausschauender Einkaufs- und Speisenplanung sowie durchdachter Lagerhaltung lässt sich einiges an Haushaltsgeld sparen bei gleichzeitigem Vorteil für die Umwelt

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