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Dioxin in Bio-Eiern

(07.05.2010)

Naturkostfachhandel bisher nicht betroffen

Wie der Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V. (KAT), Bonn, mitteilt, wurden bei Routinekontrollen von Eiern aus Biohaltung bei drei Legebetrieben Mitte April erhöhte Dioxingehalte festgestellt. Die betroffenen Betriebe seien sofort gesperrt worden. Die zuständigen Behörden seien umgehend informiert worden. KAT arbeite mit diesen bei allen Maßnahmen eng zusammen. Die Ursache der Kontamination mit Dioxin liegt, wie die Behörden jetzt ermitteln konnten, in einer Lieferung von Bio-Futtermais aus der Ukraine.

KAT tue alles, damit Verbraucher sicher sein könnten, dass die Bio-Eier, die der Handel anbietet, von einwandfreier Qualität sind, betont Caspar von der Crone, Geschäftsführer von KAT. KAT ist zuständig für die Qualitätskontrolle der Eier aus Boden-, Freiland- und Biohaltung, die auf dem deutschen Markt verkauft werden. „Sofort nachdem wir von den erhöhten Werten Kenntnis hatten, haben wir alle an der Produktionskette Beteiligten und die zuständigen Behörden informiert sowie umfangreiche Untersuchungen eingeleitet“, berichtet von der Crone.

Ursache: Kontaminierter Mais im Futtermittel

Die Ursache für die erhöhten Dioxingehalte in den Bio-Eiern liegt im Bio-Futtermittel. Alle Betriebe, bei denen die Werte auffällig waren, beziehen Bio-Futtermittel vom Werk Harreveld des Herstellers ForFarmers. ForFarmers hat sofort Untersuchungen über die möglichen Ursachen eingeleitet. Futter, Einstreu, Boden und Trinkwassereinsätze wurden analysiert. Dabei stellte ForFarmers erhöhte Werte von Dioxin im Futter fest. Weitere Untersuchungen haben ergeben, dass eine Ökomaispartie die Ursache ist. Die Produktion im ForFarmers Futtermittelwerk Harreveld bleibt gesperrt. Auch KAT hatte unmittelbar alle Bio-Legebetriebe, die von diesem Werk Bio-Futtermittel beziehen, gesperrt. Zwei Betriebe konnten aufgrund weiterer Untersuchungen und inzwischen vorliegender Analyseergebnisse bereits wieder freigegeben werden.

Als Ursache für die Dioxin-Belastung gilt laut Behörden mit Dioxin belasteter Bio-Mais aus der Ukraine, der an einen Hersteller für Biofutter geliefert und an landwirtschaftliche Betriebe in verschiedenen Ländern verteilt wurde, die nach ökologischen Kriterien arbeiten. Vermutlich ist das Dioxin beim Trocknen des Mais entstanden. Vorsorglich seien alle mit dem Futter belieferten Höfe angewiesen worden, keine Eier und kein Fleisch mehr in Umlauf zu bringen. Es handle sich dabei um "vorsorgenden Verbraucherschutz", teilte das nordrhein-westfälische Landesamt dazu mit.

Derzeit sind die Behörden fieberhaft damit beschäftigt, alle Legebetriebe ausfindig zu machen, die mit dem kontaminierten Mais beliefert wurden. Im Handel scheinen in erster Linie die "Billigheimer" betroffen. So zogen Lidl und Rewe ihre Bio-Eier aus dem Verkehr. Import von Futtermitteln, die für die Legehennenhaltung unumgänglich sind aber in Deutschland nicht ausreichend angebaut werden, ist unvermeidlich. Soll das Bio-Ei jedoch besonders billig sein, geht das hauptsächlich durch Einsparungen bei den Futterkosten. Offenbar werden da dann Produzenten akzeptiert, die wohl nicht immer für eine hundertprozentige Qualität garantieren können.

Sicherheit geht vor

KAT hat darüber hinaus vorsorglich Probeziehungen bei weiteren KAT-Betrieben veranlasst. Dabei sind Stichproben sowohl von Bio- als auch von Boden- und Freilandeiern genommen worden. Diese Proben werden ebenfalls auf Dioxingehalt geprüft.

„Die betroffenen Betriebe bleiben gesperrt, bis die Werte wieder deutlich unter der Norm liegen. Es besteht keine Gefahr für die Gesundheit der Verbraucher“, unterstreicht von der Crone. „Darüber hinaus gilt für Eier eine niedrigere Dioxin-Norm als für andere Lebensmittel. So ist in Fisch beispielsweise ein wesentlich höherer Dioxingehalt gesetzlich zulässig.“

Eine Gesundheitsgefahr besteht nach Behördenangaben bei den festgestellten Dioxinmengen nicht. Das habe das Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin ermittelt. Eine langfristige Aufnahme des Stoff sei jedoch "nicht akzeptabel", erklärte das Verbraucherschutzministerium in Niedersachsen. Die betroffenen Betriebe würden erst freigegeben, wenn nachgewiesen sei, dass die Eier nicht belastet seien. Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Landesamts kann sich Dioxin im Körper von Hühnern anreichern und längere Zeit an die Eier abgegeben werden.

Eier aus Anbauverbänden sicherer als andere

Verbraucher, die auf "Nummer Sicher" gehen wollen, kaufen am besten Bio-Eier von Erzeugern, die einem der großen Anbauverbände zugehören. So teilt Demeter mit: "Die Qualitätssicherung des Demeter e.V. kann zum jetzigen Zeitpunkt beruhigen: Demeter-Eier sind von der Dioxin-Belastung, die derzeit durch die Medien geht, nicht betroffen. Die Demeter-Futtermittelhersteller und großen Geflügelbetriebe wurden abgefragt und haben versichert, den fraglichen Bio-Mais aus der Ukraine nicht eingesetzt zu haben." Ähnlich äußerte sich bereits Bioland.

Selbstkontrolle der Bio-Ei-Erzeuger mittels KAT funktioniert

Der Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V. (KAT), Bonn, ist in Deutschland und den benachbarten EU-Ländern die wichtigste Instanz bei der Prüfung von Eiern aus alternativen Hennenhaltungssystemen, das heißt aus Bio-, Freiland oder Bodenhaltung. KAT hat ein Herkunfts- und Rückverfolgbarkeitssystem aufgebaut, das die gesamte Prozesskette umfasst. Alle an der Produktionskette Beteiligten sind Mitglieder des KAT-Systems: Futtermittelhersteller, Legehennenhalter, Packstellen, Brütereien und Junghennenaufzucht haben sich den strengen KAT-Qualitätskriterien verpflichtet. Ziel von KAT ist, dass alle Systemteilnehmer sowohl in Deutschland als auch in anderen europäischen Ländern die festgelegten Kriterien für die alternative Legehennenhaltung einheitlich umsetzen. 95 Prozent aller alternativen Haltungsformen, die für den deutschen Markt produzieren, sind an KAT angeschlossen.

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