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Die hessischen Bioverbände appellieren an neue Landesregierung

(30.01.2009)

"Leistungen des Ökolandbaus angemessen honorieren!"

Die hessischen Bioverbände haben CDU und FDP aufgefordert, in der kommenden Regierungsperiode die Bedeutung des Ökologischen Landbaus angemessen zu berücksichtigen. In Hessen wirtschaften rund sieben Prozent der Betriebe auf acht Prozent der Fläche nach den Kriterien des Ökologischen Landbaus. Ihre Wirtschaftsweise ist besonders umweltfreundlich und beschäftigungsintensiv, aber eben auch teurer durch den geringeren Ertrag pro Fläche. Diese höheren Kosten würden - so die Öko-Verbände - durch den etwas höheren Marktpreise für Ökoprodukte nicht ausreichend ausgeglichen.

Ende 2008 ist in der Rahmenvereinbarung des Bundes und der Bundesländer (Gemeinschaftsaufgabe zur Förderung der Agrarstruktur) die Höhe der notwendigen Ökoprämie neu berechnet worden, weil eine deutliche Lücke zwischen konventioneller und ökologischer Landwirtschaft sichtbar wurde. Den Bundesländern wurde daher die Möglichkeit eröffnet, die Ökoprämie heraufzusetzen. Bundesländer wie Bayern oder Mecklenburg-Vorpommern haben eine entsprechende Anpassung bereits angekündigt.

Die neuen "alten" Koalitionspartner FDP und CDU haben bisher nicht reagiert. Die Bioverbände hoffen hier auf eine baldige Stellungsnahme der zuständigen Minister.

Die Anpassung der Förderung ist aus Sicht der Verbände dringend notwendig: Denn das Marktwachstum für Öko-Produkte lag bundesweit 2008 bei 10 Prozent und damit doppelt so hoch wie der heimische Zuwachs an Biobetrieben mit nur knapp 5%. Damit Bioprodukte, die in hessischen Geschäften angeboten werden, nicht weiterhin in großem Umfang aus dem Ausland importiert werden und damit die hessische Landwirtschaft hier Marktanteile zurückerobern kann, müssten nach Überzeugung der Verbände die Rahmenbedingungen für die heimische Bio-Landwirtschaft dringend verbessert werden.

Berechtigt sei der Ausgleich für die Biobetriebe allemal: Sie leisteten einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz, zur Artenvielfalt und zur Bodenfruchtbarkeit. Die Herausforderungen in diesen Bereichen anzunehmen, sei auch eine klare Aufforderung der EU-Agrarpolitik. Daher stelle sie hierfür Kofinanzierungsmittel zur Verfügung.

Die besonderen Leistungen des Ökologischen Landbaus kommen nach Meinung der Verbände der gesamten Gesellschaft zugute. Daher müsse die neue Landesregierung zumindest Wettbewerbsgleichheit zwischen den ökologischen und den konventionellen Betriebskonzepten herstellen – und genau dazu sei die Aufstockung der Ökoprämie auch in Hessen notwendig.

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