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Dänen gegen geplante europäische Lebensmittel(des)information
(25.03.2009)
Dänische Krebsgesellschaft läuft Sturm gegen GDA-Kennzeichnung
Sieben dänische Organisationen, unter ihnen die Dänische Krebsgesellschaft, die Dänische Herzstiftung und der Verbraucherrat haben die Kampagne "StopGDA" gestartet. Sie wollen verhindern, dass die GDA-Kennzeichnung Bestandteil der geplanten europäischen Lebensmittelinformationsverordnung wird. GDA steht für "Guideline Daily Amounts", zu deutsch: Richtwert für die Tageszufuhr.
Die geplante Kennzeichnung "Guideline Daily Amounts", zu deutsch: Richtwert für die Tageszufuhr und findet sich auf immer mehr Lebensmittelverpackungen in Form von kleinen Tonnen oder Kreisen, erläutert Gesa Maschkowski vom aid-Verbrauchedienst. Das Kennzeichnungsmodell sei ursprünglich vom Europäischen Verband für Lebensmittel und Getränke, CIAA entwickelt worden und werde mittlerweile von großen Herstellern und manchen Handelsketten eingesetzt. Mit diesem System könnten Verbraucher erkennen, welchen prozentualen Anteil Fett, Zucker, Salz, gesättigte Fettsäuren und Energie ein Lebensmittel liefert, vorausgesetzt man isst oder trinkt nur eine Portion und hat den Tagesbedarf einer erwachsenen Frau.
Die Website der StopGDA-Kampagne listet zehn Argumente gegen die GDA-Kennzeichung auf. Das System sei täuschend und verwirrend, meinen die Organisatoren. Da nur "negative" Nährstoffe wie Fett, Salz und Zucker gekennzeichnet werden, können natürliche Lebensmittel wie Milch schlechter wegkommen als Erfrischungsgetränke. Diesen "Portionentrick" kritisiert die Kampagne weil Hersteller die Nährstoffangaben auf viel zu kleine Portionen beziehen. Außerdem sei das System eine Garantie dafür, dass Kinder Übergewicht bekämen, denn auch auf Kinderlebensmitteln ständen die Referenzwerte für eine erwachsene Frau. Das wären im Zweifelsfall 100 Prozent zu viel. Die Vertreter der Kampagne fordern ein klares Kennzeichnungssystem auf wissenschaftlicher Grundlage.
Ein Sprecher der CIAA wies dagegen im Pressedienst Foodnavigator.com darauf hin, dass das GDA-System laut Umfragen für Verbraucher verständlich sei. Grundsätzlich sei man aber gesprächsbereit.
Weitere Informationen finden sich auf der Website der Initiatoren http://stopgda.eu und auf der Homepage des Kennzeichnungsherausgebers http://www.ciaa.be
Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) äußert sich kritisch
In einer schon vor einiger Zeit veröffentlichen Stellungnahme äußert sich auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) kritisch zum Konzept des GDA-Systems: http://www.dge.de/pdf/ws/DGE-Stellungnahme-GDA.pdf
Die deutschen Ernährungswissenschaftler monieren ie Herleitung der GDA-Werte. Diese halte einer kritischen wissenschaftlichen Prüfung nicht durchgehend Stand. Die für die Berechnung zugrunde gelegte Energiezufuhr sei für die Gesamtheit der Verbraucher nicht repräsentativ. Die daraus abgeleiteten nährstoffspezifischen Werte seien daher mit Vorsicht zu genießen.



