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Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft weist auf Zusammenhang von Bodenschutz und Klimapolitik hin
(09.12.2009)
Ohne eine Reform der Landnutzungssysteme kein Klimaschutz möglich
Der Bund für ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Berlin, nimmt den Weltbodentag und den Beginn der UNKlimakonferenz zum Anlass, um auf den Zusammenhang von Bodenschutz und Klimapolitik aufmerksam zu machen.
"Wenn man in Kopenhagen nur den Primärenergieverbrauch in den Blick nimmt, die Landnutzungssysteme aber ausblendet, wird man zu keiner wirkungsvollen Lösung des Klimaproblems kommen", erklärt Dr. Felix Prinz zu Löwenstein,
Vorsitzender des BÖLW. Denn die Landwirtschaft trägt einen Anteil von rund 16% an den Treibhausgasemissionen.
Er fordert deshalb, die Landwirtschaft in die Klimaschutzpolitik einzubeziehen und die Bodennutzungs-Systeme zum Thema zu machen. Hauptemissionsquellen in der Landwirtschaft sind trockengelegte Moore, intensive Tierhaltung und Stickstoffüberschüsse der Düngung. Es bestehen aber sowohl große Potenziale, die landwirtschaftlichen Emissionen zu reduzieren, als auch die Bindung von CO2 in landwirtschaftlich genutzten Böden zu erhöhen.
In der ökologischen Landwirtschaft liegt die Lösung
"Der Ökologische Landbau ist eine geeignete Lösungsstrategie, denn er beinhaltet beide Wirkungsrichtungen", so Löwenstein. Durch den knappen Faktor Stickstoff und die organische Düngung werden Stickstoffemissionen minimiert und der Humusaufbau und damit die CO2-Sequestrierung maximiert. Ebenso ist der Umfang der Tierhaltung begrenzt, da sie an die Fläche gebunden ist. Löwenstein fordert die Politik auf, die Förderung der Landwirtschaft künftig an ökologische und Klimaschutz-Leistungen zu binden, Stickstoffüberschüsse zu besteuern und Programme zur Wiedervernässung der Moore aufzulegen.
Keine Emissions-Zertifikate für Agro-Chemie
Löwenstein kritisiert die Initiative der agro-chemischen Industrie, sich ihren Anteil am milliardenschweren Kuchen der Emissions-Zertifikate zu sichern. Unter dem irreführenden Titel "conservation agriculture" versuche sie, den massiven Einsatz von Totalherbiziden in pfluglosen Anbausystemen hoffähig zu machen. "Wir fordern die Bundesregierung auf, hier wachsam zu sein. Denn in den komplexen Systemen der Naturnutzung zählen viele Faktoren: Biodiversität, Schonung des Bodenlebens, Vielfältigkeit von Fruchtfolgen und Vermeiden von Schadstoffeinträgen in Luft und Wasser.
Wenn das nicht beachtet wird, werden wir erleben, wie für riesige Monokulturen mit Gentechniksoja Emissionszertifikate ausgegeben werden", warnt Löwenstein.



