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Bioprodukte sind besser als konventionell erzeugte

(20.08.2009)

Kritik an der Studie der englischen Food Standard Agency

Eine vor kurzem veröffentlichte Studie der englischen Food Standard Agency (FSA) hatte einiges Aufsehen in der deutschen Öffentlichkeit mit der Behauptung hervorgerufen, Bio-Produkte seien konventionell erzeugten Lebensmitteln in der ernährungsphysiologischen Qualität nicht überlegen. Der Deutsche Naturschutzring (DNR) und das Forschungsinstitutes für biologischen Landbau (FiBL) stellten nun Ergebnisse des fünfjährigen europäischen Forschungsprojektes QLIF* in Berlin vor, die diese Aussage widerlegen.

Ökoprodukte sind in der Regel ernährungsphysiologisch besser als konventionell erzeugte, betonten Vertreter des Deutschen Naturschutzrings (DNR) und des Forschungsinstitutes für biologischen Landbau (FiBL) bei der Vorlage der Ergebnisse des fünfjährigen europäischen Forschungsprojektes QLIF* in Berlin. „Nach den Ergebnissen von QLIF enthalten Ökoprodukte bei verschiedenen Kulturen wie Kohl, Salat, Tomaten oder Kartoffeln gegenüber dem konventionellen Anbau deutlich höhere Gehalte an Antioxidantien, Vitaminen und bioaktiven Stoffen. Biomilch weist vor allem im Sommer 40 – 60 Prozent mehr Omega-3 Fettsäuren und konjugierte Linolsäuren (CLA) sowie 30 – 70 Prozent mehr Vitamine, Carotinoide und andere Antioxidantien auf“, erläuterte Projektleiter Urs Niggli.

Ursachen

Hauptursache für die besseren Ergebnisse der Ökoprodukte ist laut FIBL die organische Düngung, deren Wirkung bisher unterschätzt worden sei. Sie erhöhe gegenüber der mineralischen Düngung beim konventionellen Landbau nicht nur die Gehalte an bioaktiven Stoffen, sondern beeinflusse auch die Genexpression, die Eiweißprofile und die Konzentration von Stoffen, welche die Abwehrkräfte der Pflanzen stärkten. Sekundäre Pflanzenstoffe (oder bioaktive Stoffe) wirkten im tierischen und menschlichen Körper als Antioxidantien. Das sind Substanzen, die als Radikalfänger im menschlichen Organismus bei der Infektionsabwehr entzündungshemmend wirken und das Risiko für bestimmte Krebs- und arteriosklerotische Erkrankungen verringern.

Bei der Biomilch spielt die artgerechte Fütterung der Tiere mit Gräsern und Kräutern eine wichtige Rolle für die Zusammensetzung der Milch. Die günstigere Zusammensetzung der Fettsäuren ist vorteilhaft für die menschliche Gesundheit. LDL-Cholesterin-Werte lassen sich senken, die Verklumpung von Blutplättchen in den Blutgefäßen wird vermindert.

Kritik an der englischen Studie

„Auffallend ist, dass die FSA-Studie kurz vor der Veröffentlichung der Ergebnisse des QLIF –EU-Forschungsprojektes erfolgte, natürlich ohne deren Erkenntnisse zu berücksichtigen“, kritisierte DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen. Zudem seien offenbar gezielt Studien ausgeschlossen worden, die den höheren Gehalt von bioaktiven Stoffen bei Bioobst belegten.

Heftige Kritik an der FSA-Studie übte auch Prof. Dr. Hartmut Vogtmann, 1. Vizepräsident des DNR. „Problematische Rückstände von Pestiziden, Wachstumsregulatoren, Schwermetallen und Nitraten werden erst gar nicht berücksichtigt, da sie nach Ansicht der FSA nicht relevant für die Ernährung seien. Dabei sind die negativen chronischen Wirkungen bereits geringer Konzentrationen dieser Schadstoffe für Kleinkinder längst bekannt“, so Vogtmann. Die Ökoprodukte schneiden gerade bei diesen gefährlichen Substanzen sehr gut ab.

Der ökologische Landbau weise - so die Naturschutzring-Experten - zudem im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft positive Effekte für die biologische Vielfalt auf. Neben der Ausstattung mit naturnahen und miteinander vernetzten Flächen sei vor allem eine naturschonende Bewirtschaftung von Bedeutung. Biobetriebe hätten wegen der gezielten Förderung von Nützlingen zur Schädlingsbekämpfung und den Bewirtschaftungsrestriktionen (Verzicht auf Pestizide und synthetische Düngermittel) einen höheren Anreiz, ökologische Ausgleichsflächen wie z.B. Hecken anzulegen. Durch den Verzicht auf die sehr energieaufwändige Herstellung und den Einsatz von Pestiziden und Mineraldünger leiste der Ökolandbau einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Durch den höheren Humusgehalt der Böden lasse sich beim Ökolandbau zudem mehr Kohlenstoff speichern als bei der konventionellen Bewirtschaftung.

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