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Bioland fordert Stärkung des ökologischen Landbaus
(14.01.2009)
Kritik an der Agrarpolitik anlässlich der Internationalen Grünen Woche in Berlin
Der größte deutsche ökologische Anbauverband "Bioland" hat in seiner Pressekonferenz anlässlich der Internationalen Grünen Woche in Berlin umfassende Kritik an der Agrarpolitik der Bundesregierung geübt. Der Markt für Biolebensmittel zeichne sich seit 5 Jahren durch zweistellige Zuwachsraten bei den Umsätzen aus, so "Bioland". Die Potentiale dieses Zukunftsmarktes für die
heimische Landwirtschaft seien jedoch in den letzten Jahren nicht ausgeschöpft worden. "Bioland" richtete daher umfangreiche und detaillierte Forderungen zu einem Politikwechsel an die Bundesregierung.
"Bioland" geht es darum, die immer stärker auseinandergehende Schere zwischen der großen Nachfrage und dem Angebot in Deutschland zu schließen. Der Bedeutung des Biomarktes als Wachstumsmotor hinke die landwirtschaftliche Entwicklung hinterher. Trotz der günstigen Marktlage stellten zu wenige Landwirte auf ökologischen Landbau um. Das habe zu verstärkten Importen geführt. Seit 2006 bestehe in bestimmten Produktbereichen akuter Rohwarenmangel aus heimischer Produktion, sodass Verarbeiter und Händler nach Ansicht von "Bioland" deutlich mehr Ware hätten herstellen und verkaufen können, wenn die entsprechenden Rohstoffe verfügbar gewesen wären.
Mehrleistung der ökologischen Landwirtschaft besser honorieren
Die „Mehrleistungen“, die die ökologische Lebensmittelwirtschaft eindeutig bei
Umweltwirkungen, bei Arbeitsplatzwirkungen, bei der Vermeidung volkswirtschaftlicher
Kosten und für die ländliche Entwicklung erbringe, würden nur unzureichend honoriert. Der Markt für diese ökologischen Leistungen müsse daher gestärkt werden, gerade auch vor dem Hintergrund der aktuell schwierigen Wirtschaftslage. Die Frage sei - so "Bioland", wie naturschutzverträgliche und klimaschonende Landnutzungsformen für die Landwirte wirtschaftlich attraktiv werden können.
„Angesichts der guten Marktchancen sollten noch mehr Landwirte in Deutschland den Schritt zur Umstellung ihrer Betriebe auf Bio-Erzeugung gehen. Für diesen Prozess braucht es aber eine verlässliche Unterstützung von Seiten der Politik“, so Thomas Dosch, Präsident von "Bioland". Es sei bedauerlich, dass die Agrarumweltförderung und die Unterstützung des ländlichen Raumes beim aktuellen Reformschritt der EU-Agrarpolitik, dem sogenannten Health Check, nicht wie von der EU-Kommission vorgeschlagen, gestärkt wurde. Nun komme es darauf an, die zur Verfügung stehenden Finanzmittel zur Bewältigung der von der EU-Kommission benannten Herauforderungen Klimaschutz, Wasserschutz und Erhalt der Biodiversität einzusetzen. "Bioland" fordert von den Bundesländern eine deutliche Anhebung der Ökoprämien, die Biobetriebe als Honorierung von besonderen Umweltleistungen erhalten. „Selbst wenn keine Märkte für Biolebensmittel vorhanden wären, wären die ökologischen und gesellschaftlichen Leistungen des Biolandbaus unverzichtbar“, ist Dosch überzeugt.
Der größte deutsche ökologische Anbauverband machte zur weiteren Förderung der ökologischen Landwirtschaft auf seiner Berliner Pressekonferenz umfangreiche und detaillierte Vorschläge, die im Einzelnen hier nachgelesen werden können:



