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Bio gedeiht trotz Wirtschaftskrise
(27.01.2009)
Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) präsentiert Bilanz 2008
Der Handel mit Bio-Lebensmitteln wächst. 2008 legte der Bio-Handelsumsatz in Deutschland um ca. 10% auf jetzt 5,8 Mrd. Euro zu, so die aktuellen Schätzungen. Damit schwächt sich das Wachstum gegenüber den Vorjahren zwar leicht ab, bleibt aber im fünften Jahr in Folge zweistellig. „Dieses Wachstum zeigt, dass nach wie vor große Potenziale für die Ökologische Lebensmittelwirtschaft bestehen“, so Alexander Gerber, Geschäftsführer des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW).
„Die Verbraucher wollen umwelt- und tiergerecht erzeugte und gesunde Produkte. Diese Einstellung werfen sie in wirtschaftlich angespannten Zeiten gerade bei Lebensmitteln nicht einfach über Bord“, so Gerber auf der Bilanz- Pressekonferenz des BÖLW. Vielmehr war zeitweise mangelnde Verfügbarkeit von Produkten wie Möhren, Kartoffeln und Dinkel ein Grund für ein nicht noch stärkeres Wachstum.
Produktion bleibt hinter Marktwachstum zurück
Zwar stieg im Jahr 2008 die Umstellungsrate bei den Bio-Betrieben, die sich einem Anbauverband des Ökologischen Landbaus anschlossen. Das Wachstum bleibt aber nach wie vor hinter dem Marktwachstum zurück. So wuchs die Zahl der Betriebe um 4,8% (Vorjahr 2,7%) auf 10.410 Bio-Betriebe, die Fläche nahm um 5% (Vorjahr 4,8%) auf 621.038 ha zu. Der BÖLW schätzt, dass 2008 insgesamt – also einschließlich der verbandslosen EU-Betriebe – 19.824 Betriebe 911.385 ha ökologisch bewirtschafteten. „Dabei beobachten wir den Trend, dass sich die leistungsfähigen Betriebe verstärkt den Verbänden des Ökologischen Landbaus anschließen“, zeigt sich Gerber erfreut.
„Die Zahlen zeigen, dass die Politik immer noch keine ausreichenden Konsequenzen aus der anhaltend starken Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln gezogen hat: Sie muss sich erheblich mehr für die Ausweitung des ökologischen Landbaus engagieren, damit die Chancen des Bio-Marktes der heimischen Landwirtschaft und Umwelt zugute kommen“, so Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des BÖLW. Es ist nicht die Aufgabe der Politik, Angebot und Nachfrage in Einklang zu bringen. Sie bekommt mit dem Öko-Landbau aber ein Paket aus einer Hand für Umwelt- und Ressourcenschutz, für Arbeitsplätze auf Bauernhöfen und in der Lebensmittelwirtschaft. Öko-Landbau bietet auch Lösungen für die großen Herausforderungen Klimaschutz und Sicherung der Welternährung. „Die Politik muss daher zumindest Wettbewerbsgleichheit bei der Förderung, der Forschungsförderung und der Zuordnung von Folgekosten zwischen den Anbausystemen herstellen“, so Löwenstein.



