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Abstimmung über neues EU-Bio-Logo läuft

(16.12.2009)

Drei (untaugliche) Entwürfe zur Auswahl

Auf der Internetseite der EU Kommission ec.europa.eu finden sich die drei zur Wahl stehenden Logos, über die die EU-Kommission seit 7.12.2009 eine Onlineabstimmung durchführt. Allerdings sieht das Abstimmungsverfahren keine Möglichkeit vor mit Nein zu stimmen, obwohl viele Experten die vorgelegten Entwürfe für ungeeignet halten.

So sieht der Freiburger Rechtsanwalt Hans-Peter Schmidt den Ursprung der aus seiner Sicht verfehlten Logos schon im Auswahlverfahren zu Grunde gelegt: Statt die professionelle interdisziplinäre Zusammenarbeit von Kognitionspsychologen, Textern, Grafikern und Markenrechtlern zu suchen, habe man einen Wettbewerb an Designhochschulen ausgeschrieben. Der Erfolg sei aus Sicht der Kommission überwältigend gewesen. Man habe 3393 Entwürfe von Grafikstudenten erhalten.

Außer den Studenten durfte jedoch niemand Entwürfe einreichen. Der Wettbewerb zielte daher eher auf die Förderung der Grafikausbildung und das gute Ansehen der Kommission an den Designhochschulen, als darauf, ein ökologisches Prüfzeichen zu entwerfen, das eindeutig als solches erkennbar sein würde. So wurde die Markenentwicklung den eher zufälligen Ergebnissen eines Designwettbewerbs überlassen.

Dies sei, so Rechtsanwalt Hans-Peter Schmidt schon der zweite untaugliche Anlauf zu einem neuen EU-Öko-Label gewesen. Im Dezember 2007 hatte die Kommission den Mitgliedstaaten bereits einen für sie von einer Agentur entwickelten Log-Entwurf vorgelegt.

Die entsprechende Verordnung zur Änderung des Anhang XIa erließ die Kommission dann doch nicht, weil sie von den interessierten Fachkreisen darauf aufmerksam gemacht worden war, dass das neue Logo dem Warenzeichen des deutschen Lebensmitteldiscounters ALDI für dessen Ökoprodukte zum Verwechseln ähnelte.

Auch den jetzt vorgestellten Logo-Entwürfen mangele es an Klarheit und Eindeutigkeit. Offenbar - so Schmidt - gehe es der Kommission mehr um ein gefälliges Zeichen zur Besserung der eigenen Imagedefizite als um eine klare Produktkennzeichnung.

Wer daher mit "nein" stimmen wolle, solle laut Schmidt dies der zuständigen Kommissarin Mariann Fischer-Boel per E-Mail an Mariann.Fischer-Boel@ec.europa.eu kundtun.

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