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Abnehmen: Kampf gegen die Evolution
(21.07.2009)
Genetisch bedingte Unterschiede bei Diäterfolgen
Viele Übergewichtige machen schlechte Erfahrungen mit Diäten. Ob sie nun auf Fette oder Kohlehydrate verzichten, einer Modediät folgen oder sich an die Empfehlungen zur mediterranen Kost halten, die Erfolgserlebnisse beim morgendlichen Wiegen wollen sich einfach nicht einstellen, während andere scheinbar problemlos abnehmen. Neben vielen Einflussfaktoren können daran auch die Gene schuld sein.
Dass Diäten unterschiedlich erfolgreich sind, ist eine altbekannte Erfahrung, schreiben die Ernährungswissenschaftlerin Christina Holzapfel und Prof. Hans Hauner von der Technischen Universität München in der Fachzeitschrift Deutsche Medizinische Wochenschrift" (DMW 2009, Band 134: Seite 22). Auch in klinischen Studien verlieren unter der gleichen Diät einige Übergewichtige 20 Kilogramm oder mehr, während andere nicht einmal ihr Ausgangsgewicht halten können. Gene sind den Forschern zufolge eine mögliche Erklärung hierfür. Aber auch Motivation und psychische Faktoren oder der Einfluss von Familie und Freunden würden natürlich eine Rolle spielen.
Gene steuern Hungergefühl und Energieverbrauch
Die Gene greifen nach Auskunft der Autoren auf verschiedenen Ebenen in die Gewichtsregulierung ein. Sie steuern Hungergefühl und Sättigung oder die Vorlieben für bestimmte Nahrungsmittel und steigern so unter Umständen die Energiezufuhr. Auch die Verwertung der Nahrung im Körper unterliege genetischen Einflüssen. Holzapfel: „Einige Menschen haben genetisch bedingt in Ruhe einen höheren Energieverbrauch, andere bilden mehr Wärme." Auch die Bereitschaft zu körperlicher Aktivität sei teilweise genetisch bedingt. Welche Gene dafür verantwortlich sind, werde aber erst ansatzweise verstanden.
Das Gewicht muss dennoch runter!
Holzapfel und Hauner warnen jedoch vor Missverständnissen. Die in den letzten Jahren zu beobachtende Zunahme der Übergewichtigen und Fettleibigen in Deutschland und anderen Ländern sei keine Folge der Gene, sondern eines "adipogenen Lebensstils" mit übermäßiger Energiezufuhr und körperlicher Inaktivität. Hier müssen die Diäten ansetzen, wenn sie erfolgreich sein sollen. Entscheidend sei dabei nicht die Wahl der Diät, sondern die Bereitschaft sie durchzuhalten und die Energiezufuhr zu senken. Wenn man so will, ist es auch ein Kampf gegen die Gene. Denn der menschliche Organismus ist durch die Evolution darauf getrimmt, zu "essen, wenn Nahrung verfügbar ist" und sparsam mit Energie umzugehen.



