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"Plastic Planet"

(14.09.2009)

Dokumentarfilm: Die Welt erstickt im Plastikmüll

"Plastik ist praktisch überall - sogar in unserem Blut", meint Regisseur Werner Boote. In seinem Dokumentarfilm "Plastic Planet" zeigt er, dass in den Weltmeeren heute sechs Mal mehr Plastikmüll zu finden ist als Plankton. Kunststoffe könnten bis zu 500 Jahre in Böden und Gewässern überdauern und mit ihren zahllosen Zusatzstoffen das menschliche Hormonsystem schädigen, meint Boote.

Boote hat zehn Jahre lang Informationen über Kunststoffe gesammelt und tausende Kilometer auf der Welt zurückgelegt. Er hat hunderte Interviews mit Vertretern der Kunststoffindustrie, mit Umweltschützern, mit Wissenschaftlern und Medizinern geführt, um den Film "Plastic Planet" zu drehen.

"Zurzeit werden nur in Europa ca. 60 Mio. Tonnen Plastik jährlich produziert", so John Taylor, Präsident von PlasticsEurope, der Dachorganisation europäischer Kunststofferzeuger. Das entspreche etwa einem Viertel der Weltproduktion. Die Menge des Kunststoffs, der in den vergangenen 100 Jahren produziert wurde, würde reichen, um den gesamten Erdball sechsmal einzupacken. Aller Orts argumentieren die Hersteller von Kunststoffen mit den immensen Vorteilen ihrer Produkte. Plastik ist leichter als Glas und ganz offensichtlich weniger zerbrechlich. Über negative Eigenschaften spricht die Industrie allerdings nicht so gerne.


Etwa 1.600 Kilometer vor der Küste Kaliforniens treibt ein Müllstrudel, dessen Größe mittlerweile auf 700.000 Quadratkilometer geschätzt wird, im Pazifischen Ozean. Der Müllstrudel, der "Great Pacific Garbage Patch" genannt wird, liegt im offenen Meer. Wenn man an Deck steht, sehe man relativ wenig von dem Ausmaß dieses Müllstrudels, außer ein paar größere treibende Teile. Doch unter der Wasseroberfläche würden Plastikstückchen unterschiedlichster Größe und Herkunft wie bunte Konfetti treiben, so der Filmemacher.

Abseits der Müllberge ist Plastik aber auch noch aus anderen Gründen sehr problematisch, wie Boote im Film zeigt. Zahlreiche Substanzen, die in den verschiedenen Kunststoffen enthalten sind, sind gesundheitsschädlich. Eine solche Substanz heißt Bisphenol A. Es wird als Hauptbestandteil bei der Herstellung von Polycarbonat-Kunststoffen etwa für CDs, Plastikschüsseln, Babyfläschchen sowie für Epoxidharzlacke für Beschichtungen von Konservendosen und Folienverpackungen verwendet. Die Substanz steht im Verdacht erbgutschädigend zu sein. In Tierversuchen stört es die Embryonal- und Gehirnentwicklung, verursacht Unfruchtbarkeit, Krebs und Verhaltensstörungen.

Am 18. September läuft der Film in Österreich an, in Deutschland und in der Schweiz voraussichtlich Anfang 2010.

Quelle: Pressetext Austria

Weitere Infos:

http://www.plastic-planet.at

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